Gemeinde:

Llucmajor

Trägerschaft:

Privat

Preis:

Allgemeiner Eintritt: 2€
Ermäßigt: 1,5 €

Öffnungszeiten:

Montag bis Sonntag 10:00 bis 17:00 Uhr
Donnerstags geschlossen

Tel:

971 18 01 55

E-Mail:

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Web:

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Talayots
Diario de Mallorca

Serviceleistungen:

Rezeption
Toiletes
Cafeteria

Icono Yacimientos 45 Capocorb Vell

Capocorb Vell liegt direkt an der Landstraße PMV-6014, die an einem Großteil der Südküste von Mallorca entlang führt und von der man herrliche Sonnenuntergänge und die schwindelerregend hohen Klippen genießen kann, die diese Ecke der Insel kennzeichnen. Diese archäologische Fundstätte auf Mallorca befindet sich ganz in der Nähe von Cap Blanc und Cala Pi, die wahrscheinlich der natürliche Hafen dieser Talayoten-Siedlung war.

Die archäologischen Überreste befinden sich rund 100 Meter über dem Meeresspiegel in einer Ebene. Sie sind von Ackerland, Johannisbrot-, Mandel- und Olivenbäumen sowie Schafweiden umgeben. Neben dem Eingang gibt es eine kleine Bar, in der man ein Erfrischungsgetränk kaufen und sich ein wenig unter der  mallorquinischen Sommersonne ausruhen kann.

Es ist höchstwahrscheinlich, dass der Besucher der archäologischen Fundstätte  in Llucmajor von deren Größe beeindruckt ist. Die Merkmale der Siedlung und ihre Dimensionen lassen vermuten, dass es hier um ein Zentrum handelte, das als Hauptstadt oder Siedlungskern diente und das Leben der benachbarten Städte vernetzte.

Man kann behaupten, dass Capocorb Vell die größte talayotische Fundstätte auf Mallorca ist. Hier sind drei runde und zwei viereckige Talayots erhalten, sowie achtundzwanzig rechtwinklige Wohnhäuser, von denen viele einen Vorraum hatten und durch eine große Mauer miteinander verbunden waren. Zudem gibt es auch ein Heiligtum aus der Balearen-Periode und Hinweise auf Umbauten aus der Römerzeit.

Wenige Meter von dieser zentralen Siedlung entfernt findet man weitere Überreste von  Talayots, einem möglichen Grabhügel und anderen Strukturen, von denen man, da sie noch nicht ausgegraben sind annimmt, dass es sich um Wohnhäuser handelt. Die Siedlung erstreckte sich weit über den Empfangsbereich und die heutige Straße hinaus, die schwerwiegende Auswirkungen auf die Fundstätte hatte. Von daher kann man davon ausgehen, dass es sich in einer frühen Phase um eine große Siedlung an der Südküste handelte.

Den Ursprung dieser Siedlung kann man auf Ende des zweiten Jahrtausends datieren. Diese zeitliche Einordnung erhielt man durch die Analyse der Überreste eines Balkens in einem der viereckigen Talayots. Die Balken aus Oleasterholz sind erhalten geblieben, da sie sich in einem Verbindungsgang befanden, der optimale Konservierungsbedingungen bot und die Entnahme von Proben für eine Radiokarbon-Datierung ermöglichte. Dieser Gang verbindet den ersten Stock mit einem unterirdischen Bereich desselben Gebäudes, dessen Funktionen nicht bekannt ist.

Wie dies auch in anderen Fundstätten der Insel der Fall war, entstand aus der Asche der Talayot-Gesellschaft eine neue Ära, die von Gewalt gekennzeichnete Balearen-Periode, für die der Steinschleuderer das beste Beispiel war. Die Talayots verloren ihre ursprüngliche Funktion und das Gemeinschaftsleben verlagerte sich in hufeisenförmige, Heiligtümer genannte Gebäude, von denen es in Capocorp eines gibt.

In dieser Zeit der Öffnung der balearischen Gesellschaften zum Mittelmeer wurde Cala Pi zu einer strategischen Enklave für die Ankunft von Waren von jenseits der Insel: Wein, Keramik und dekorative Elemente, die zuerst aus Ibiza und später dann auch aus Italien kamen. So wie sie auch ein Ausgangspunkt für die Truppenkontingente der Steinschleuderer zu den Konfliktzonen war, wo sie zuerst für die karthagischen Truppen und Jahrhunderte später zusammen mit Rom in Gebieten kämpften, die weit über den Mittelmeerraum hinausgingen.

Nach der Eroberung der Insel durch die Römer im Jahr 123 vor Christus, kamen Waren und Menschen aus verschiedenen Teilen des Mittelmeerraumes in die Siedlung dieser archäologischen Fundstätte in Llucmajor. Diese Art des Lebens entwickelte sich mehr oder weniger kontinuierlich bis zum Mittelalter weiter, als der Siedlungskern endgültig verlassen wurde, und nur wenige Meter entfernt das muslimische Anwesen von Capocorb Vell errichtet wurde.