Gemeinde:

Felanitx

Trägerschaft:

Öffentlich/ Privat

Preis:

Eintritt frei

Öffnungszeiten:

Durchgehend geöffnet.
Führungen sind möglich nach Vereinbarung.

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Amics Closos
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Closos de Can Gaià ist eine ganz in der Nähe der Ostküste von Mallorca gelegene ehemalige Navetas-Siedlung in Portocolom, Felanitx. Um diese archäologische Fundstätte auf Mallorca von der genannten Gemeinde aus zu erreichen, muss man die Landstraße PM-401/412 nehmen und auf der Höhe der Straße Vapor de Santueri abbiegen. Knapp 200 Meter vor der Ortseinfahrt zu diesem Hafenstädtchen trifft man auf einen Bereich mit Oleaster. Hier befindet sich diese Ansiedelung aus der auf den Balearen als Naviform-Periode bekannten Bronzezeit.

Die Siedlung war von 1800 bis 750 vor unserer Zeitrechnung bewohnt, kurz nach dem Erscheinen der Talayot-Gemeinschaften im neunten Jahrhundert. Die Navetas-Siedlungen zeichneten sich durch ihre in Form eines umgekippten Schiffes gebauten Häuser aus (naves auf Spanisch). Bei diesen Häusern muss besonders ihre Monumentalität unterstrichen werden. Es handelt sich bei ihnen um große Gebäude, deren Mauern aus großen Steinblöcken errichtet wurden, von denen manche ein Gewicht von mehreren Tonnen aufweisen und die zur Abdichtung mit einem Fachwerk aus schlammverkleideten Oleasterzweigen abgedeckt sind. Sie sind in der Regel 15-20 lang, 5-6 Meter breit und 3 Meter hoch. In jedem dieser Gebäude lebte eine Großfamilie mit bis zu 10 Mitgliedern.

Die Häuser dieser archäologischen Fundstätte in Felanitx bestanden aus zwei Bereichen: einem privaten für die familiäre Nutzung und einem Gemeinschaftsbereich. Letzterer befand sich am Eingang des Gebäudes, wo sich die verschiedenen Mitglieder des Haushaltes mit anderen Personen aus der Gemeinschaft trafen. Dies wurden wahrscheinlich alltägliche Aspekte diskutiert oder verhandelt und gemeinsame Aktionen wie der Bau eines neuen Wohnhauses besprochen und geplant. Dies betraf die gesamte Gemeinschaft und war ein gemeinsames Unterfangen, das nicht nur zur Bildung einer neuen Familiengruppe führte, sondern durch die Arbeit und die gegenseitige Unterstützung auch zur Stärkung der zwischen den verschiedenen Mitgliedern der Siedlung bestehenden Beziehungen.

Die naviformen Gemeinschaften betrieben vor allem Viehzucht und Landwirtschaft, die vor allem an einem so küstennahen Ort wie Closos durch die Nutzung der Meeresressourcen, sprich, den Fischfang, ergänzt wurden. Darüber hinaus beherrschten sie auch die Bronzebearbeitung, die sie zum Anfertigen von Schmuck, wie etwa Armbändern, oder zur Herstellung von Werkzeugen für den täglichen Gebrauch oder rituelle Zwecke, zur Begleitung der Toten, nutzen.

Diese wurden in nahe den Dörfern oder auf Klippen am Rande des Meeres gelegenen  und Hypogäen genannten Gemeinschaftsgräbern oder in Grabhöhlen bestattet. Oftmals fand man zusammen mit den Toten Gegenstände von außerhalb ihres Lebensbereiches, was belegt, dass diese Gemeinschaften Kontakt zu Seefahrern auf ihren Reisen über das Mittelmeer hatten.

In Closos von Can Gaià sind neben fünf gut sichtbaren Navetas auch andere sehr interessante Strukturen erhalten. Ein Besuch ist einfach und angenehm, da die archäologische Fundstätte ausgezeichnet restauriert und in ein Museum verwandelt wurde.

Wenn man sich für einen Besuch dieses archäologischen Fundortes entscheidet, kann man zudem die jedes Jahr im Monat August stattfindenden Darstellungen historischer Ereignisse genießen. Der Teilnehmer an diesen Treffen wird eingeladen, sich mit Hilfe seiner eigenen Phantasie und dem Wissen und der Pädagogik der Archäologen auf eine Zeitreise zu begeben.