Gemeinde:

Palma

Trägerschaft:

Öffentlich

Preis:

Eintritt frei

Öffnungszeiten:

Durchgehend geöffnet

Tel:

971 72 50 10

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Icono Yacimientos 45 Pla de les Figueres

Diese archäologische Fundstätte befindet sich im Cabrera-Archipel, genauer gesagt, auf der größten Insel, die dieser Inselgruppe ihren Namen verleiht. Cabrera erreicht man mit dem täglich vom Hafen der Colònia Sant Jordi abfahrenden Schifffahrtslinie, mit einem eigenen oder einem gemieteten Boot.

Einmal im natürlichen Hafen der Insel angekommen, kann man die im Pla de les Figueres nahe am Meer gelegenen Ausgrabungsstätte besuchen.

Das Kloster ist Teil der Religionsgemeinschaften, die kurz nach der Annahme des christlichen Glaubens durch die kaiserlichen römischen Behörden im gesamten westlichen Mittelmeerraum entstanden. Mit dem Untergang des Römischen Reiches wurde dieses Kloster, genau wie die gesamten Balearischen Inseln, in das Königreich der Vandalen eingegliedert. Kurze Zeit später kehrte es in den Einflussbereich der Römer zurück, dieses Mal als Teil des auch als Byzanz bekannten Oströmischen Reiches. Diese Mönchsgemeinschaft bestand vom fünften bis zum Ende des siebten oder Anfang des achten Jahrhunderts, als sie aufgegeben wurde.

Diese Klostergemeinschaft wird in einem Brief von Papst Gregor dem Großen aus dem frühen siebten Jahrhundert schriftlich erwähnt, der den Mönchen Disziplinarmaßnahmen auferlegt.

Auf der Insel existieren eine Reihe archäologischer Fundstätten wie Clot des Guix, Sohn Picornell und Pla de les Figueres. Im Letztgenannten ist es, wo die Mehrheit der Mönchsgemeinschaft dieser archäologischen Fundstätte lebte. Hier wurden auch die Ausgrabungen eine Reihe von an einer hohen Stelle gelegenen Produktionsstrukturen und eines isolierten Raums dokumentiert, deren Verwendung man nicht kennt sowie eines Begräbnisbereichs. In diesem Grabbereich wurden 5 Einzelgräber entdeckt, von denen drei ausgegraben wurden und in denen man die zugehörigen Personen fand, die alle männlich waren. Die Studie dieser menschlichen Überreste ermöglichte es, Daten hinsichtlich der Ernährung der Mitglieder dieser Gemeinschaft zu erhalten. Sie zeichnete sich dadurch aus, dass sie viel tierisches Eiweiß enthielt und relativ weich war, wie auch die Überreste der in der Ausgrabungsstätte gefundenen Tiere belegen. Zu den menschlichen Körpern ist anzumerken, dass sie durch Landarbeit und Umweltbedingungen verursachte Verletzungen wie Muskelzerrungen und Arthritis aufwiesen.

Zu den gefundenen Gegenständen gehörte auch ein komplettes Tafelgeschirr, das wahrscheinlich täglich von den Mönchen benutzt wurde. Diese Keramikgegenstände stammen aus verschiedenen Gegenden. Besonders bemerkenswert ist die nordafrikanische Keramik, die mit verschiedensten christlichen Symbolen verziert ist. In den oben erwähnten Keramikgefäßen fand man auch rund fünfzig Graffiti der Mönche, die so möglicherweise die Gefäße individuell gestalteten.

Es gibt auch aus verschiedenen Marmorarten hergestellte dekorative Elemente sowie Gebrauchsgegenstände, die aus verschiedenen Orten des Mittelmeerraumes stammten, d.h. sowohl von der iberischen Halbinsel, als auch aus Anatolien oder Paros, der berühmten Insel des weißen Marmors in Griechenland. Daraus lässt sich erkennen, dass die Gemeinschaft, die in dieser archäologischen Fundstätte lebte, nicht vom Rest der Welt isoliert war.

Gemäß der Klosterregel Ora et labora geht man davon aus, dass die Mönche auf Cabrera alle bebaubaren Felder bestellten. Sie konzentrierten sich auch auf die Herstellung von Wein, die Produktion von Purpur, das als natürlicher Farbstoff verwendet wurde, das Pökeln … Diese Aktivitäten wurden durch Analysen belegt, die in einer Reihe von Bauten durchgeführt wurden. Auch erwähnt werden sollte die eventuelle Produktion von Eisen- und Glasobjekten, wie der Fund verschiedener Schlackenarten belegt, der auf die Existenz dieser Werkstätten hinweist.

Nach seiner Aufgabe wurde das Kloster in den napoleonischen Kriegen des 19. Jahrhunderts von Kriegsgefangenen besetzt, wodurch die Transformation und die Zerstörung der klösterlichen Überreste beschleunigt wurden.