Gemeinde:

Sant Llorenç des Cardassar

Trägerschaft:

Öffentlich

Preis:

Führungen: 2€
Interpretationszentrum: Gruppen ab 5 Personen: 1€

Öffnungszeiten:

Interpretationszentrum

11. Juni bis 15. Oktober:
Dienstag, Donnerstag und Samstag: 10:00 bis 13:00 Uhr
Mittwoch, Freitag und Samstag: 17:30 – 20:30 Uhr

16.Oktober bis 10.Juni:
Dienstag, Donnerstag und Samstag: 10:00 bis 13:00 Uhr

Tel:

971 81 15 75

E-Mail:

email

Web:

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Weitere Links:

Talaiot s'Illot
Wikipedia
Secció d'Arqueologia

Serviceleistungen:

Rezeption
Toiletes
Cafeteria
information panels
Führungen
Family friends

Icono Yacimientos 45 S'Illot

In dieser archäologischen Fundstätte auf Mallorca in dem zu Sant Llorenç des Cardassar gehörenden Küstenort S’Illot, befindet sich ein prähistorisches Dorf mit einem der ersten Talayots der Insel und einer der spektakulärsten Stadtmauern der Balearen-Kultur, die erhalten geblieben sind.

Inmitten eines Hotelviertels trifft man auf eine archäologische Anlage, die darauf abzielt, dem Besucher eine Tür zur Vergangenheit zu öffnen, um ihn in die mallorquinische Vorgeschichte zu entführen: die archäologische Fundstätte von S´Illot.

Man erreicht den Strand von S’Illot über die Landstraße PMV-4023, die Porto Cristo mit Son Servera verbindet. Kaum im Wohngebiet angekommen, trifft man auf diese herrliche archäologische Fundstätte auf Mallorca, die über ein mit den neuesten Interpretationstechnologien ausgestattetes Interpretationszentrum verfügt.

Bei einem Spaziergang durch das Gelände kann man mehrere Bauwerke unterschiedlicher Art sehen, die einen großen Zeitraum umspannen. Das älteste Gebäude befindet sich in der Mitte der Siedlung. Hierbei handelt es sich um ein als Proto-Talayot eingestuftes, turmförmiges Gebäude aus dem späten zweiten Jahrtausend vor Christus. Zusammen mit der archäologischen Fundstätte von Ses Païsses war es einer der ersten Versuche, die wenige Jahre später die bekannten Talayots hervorbrachten.

Dieses erste Gemeinschaftsgebäude wurde auf älteren Bauten errichtet, den für die Naviform-Periode typischen Navetas. An dieses Bauwerk war eine Reihe von Häusern angebaut, von denen eines vollständig ausgegraben ist.

Setzt man den Rundgang fort, kann man zwei weitere Talayots beobachten, sowie mehrere angebaute, nierenförmige Häuser.

Mitte des ersten Jahrtausends vor unserer Zeitrechnung wurde mit Megalithen von jeweils mehr als einer Tonne Gewicht eine große Mauer gebaut. Diese Verteidigungsanlage umschließt einen Großteil dieser archäologischen Fundstätte auf Mallorca. Aus dieser Zeit, der Balearen-Periode, findet man zwei Gebäude mit Apsis, die der Typologie der Heiligtümer entsprechen. Eines dieser Gebäude wird derzeit ausgegraben. Diese neuen Bauten blieben wahrscheinlich bis kurz nach der römischen Eroberung erhalten.

In der Fundstelle wurden auch Wasserstellen belegt, eine fundamentale Ressource für das Überleben der verschiedenen Gemeinschaften, die an diesem Ort lebten.

Der gesamte Komplex vermittelt zusammen mit dem nur wenige Meter von den Ausgrabungen entfernt gelegenen Interpretationszentrum eine Vorstellung davon, wie diese Siedlung aussah und ihre enge Beziehung zum Meer und den Menschen, die von jenseits des Horizontes kamen und in der Bucht von Sa Coma und S’Illot von Bord gingen.

Möglicherweise entstanden Beziehungen verschiedenster Art mit den Fremden, die jeweils von der zu diesem Zeitpunkt herrschenden politischen Lage im westlichen Mittelmeer abhängig waren. Manchmal handelten sie mit exotischen und extravaganten Waren, die per Schiff aus Nordafrika und dem zentralen Mittelmeerraum kamen. Zu anderen Zeiten fanden schwere Kämpfe mit anderen Siedlungen der Insel oder über das Meer gekommenen Feinden statt, wie während der Eroberung durch den römischen Konsul Quintus Caecilius Metellus um 123 vor unserer Zeitrechnung.

Vielleicht war es auch ein Treffpunkt für die umliegenden Gemeinden wie die Siedlungen Sa Punta de n’Amer, Na Pol oder Cala Morlanda.

Um mehr zu erfahren, muss man diese großartige archäologische Fundstätte auf Mallorca besuchen und sich von ihren Überresten und der eigenen Phantasie inspirieren lassen. Oder man kann sich für die Erläuterungen entscheiden, die sowohl in der Fundstätte als auch im Interpretationszentrum gegeben werden, wo man eine virtuelle Darstellung eines typischen Tags im Dorf sehen kann.